Matura+ an der PMS Kreuzlingen weiter heiss begehrt
350 Interessenten besuchten den Orientierungsnachmittag der Pädagogischen Maturitätsschule
„Die Kunst- und Sportklasse ist schon ein gutes Argument“, sagt Lisa Zbinden, „aber wir schauen auch noch andere Schulen an“. Die 13-Jährige war am Wochenende mit ihren Eltern beim Orientierungsnachmittag der PMS in Kreuzlingen. Sie ist begabte Flötistin. Für Talente für sie ist die Kunst- und Sportklasse gedacht. Schon an ihrer Sekundarschule wird die Ottobergerin gezielt gefördert, nun könnte sie – sollte sie sich für die PMS entscheiden – ihre musikalische Ausbildung weiter verfolgen, ohne dabei auf eine fundierte Vorbereitung auf die Matura verzichten zu müssen. „Wir haben sehr viel Freude an der Kunst- und Sport-Klasse“, sagt Rektor Lorenz Zubler, „Aber sie wendet sich gezielt an Elitesportler und an musisch hoch begabte Schüler.“ Um in die Klasse aufgenommen zu werden, muss man also nicht nur die Aufnahmeprüfung der PMS bestehen, sondern auch die der Schule für Gestaltung in St. Gallen oder des Konservatoriums in Winterthur. Sportler müssen im nationalen oder regionalen Kader sein und von ihrem Trainer empfohlen werden.
Die bald 14-Jährige Janice Oertly aus Bischofszell interessiert sich für die PMS, weil sie jetzt schon weiss, dass sie Kindergärtnerin werden möchte. An der Kreuzlinger Schule würde sie während der regulären vierjährigen Schulzeit Fächer bekommen, die ihr bei einem späteren Studium an der Pädagogischen Hochschule so viel nutzen würden, dass ihr zwei Semester „geschenkt“ würden. Sie würde nach der „Matura plus“ gleich ins 3. Semester einsteigen, weil sie in den Bereichen Pädagogik, Psychologie und Didaktik eine bemerkenswerte Vorbildung mitbrächte. Sogar für die geforderten Fremdsprachenaufenthalte ist an der Schule gesorgt. Vor allem aber hätte sie bereits Lehr-Erfahrung vorzuweisen. In mehreren Praktika probieren PMS-Schüler aus, ob sie wirklich Freude an der Arbeit mit Kindern haben. „Es gibt hin und wieder Schüler, die merken, das der Beruf des Lehrers doch nicht das Richtige für sie ist“, sagt Lorenz Zubler. Das wäre unproblematisch: die Matura, die an der PMS vergeben wird, berechtigt zum Studium aller Fachrichtungen an allen schweizerischen Universitäten und ETHs (Numerus Clausus Fächer natürlich ausgenommen).
Angenommen, Janice würde sich für die PMS entscheiden, wäre sie von zuhause aus pro Strecke rund eine Stunde mit der Bahn unterwegs. Sollte sie das zu sehr belasten, könnte sie in den Konvikt eintreten. Rund hundert Schüler leben - zumindest während der Woche – ganz auf dem Campus am Bodensee. In der Aula der PMS stellte sich das Ehepaar Binotto vor, das für diese jungen Leute verantwortlich ist. „Wir sind stolz, einen so einzigartigen Beruf zu haben“ sagte David Binotto. „Staatliche Mittelschulen mit Internat gibt es sonst kaum.“
Vom 14. – 18 November gibt es Schnuppertage an der PMS, bei denen man den Schulunterricht in der Praxis testen kann. Anmeldeschluss für die Aufnahmeprüfungen ist der 25. November.
Weitere Informationen unter www.pmstg.ch
Fotos: Rektor Lorenz Zubler orientiert über die Matura plus.
Musiklehrer Dieter Jordi erklärt Interessenten die Musik- und Sportklasse.


