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Maturafeier 2018 - Flügge geworden

„Bewahrt euch den Mut zum kritischen Hinterfragen, den Mut, Sicherheit aufzugeben und wieder vom Könner zum Lernenden zu werden“, riefen Barbara Josef und Simone Büchi in ihrer Ansprache den Absolventen zu. Die beiden hatten Anfang der neunziger Jahre die PMS besuchte, als sie noch Lehrerseminar hiess, und später ihre gemeinsame Firma „5to9“ gegründet. Ihnen habe die Schule genau jene Wurzeln und Flügel gegeben, die es braucht, um Neues zu wagen. Rektor Lorenz Zubler präzisierte bei der feierlichen Verleihung der Zeugnisse, was diese Wurzeln und Flügel ausmachen: „Die Schülerinnen und Schüler der PMS sollen eine erweiterte Allgemeinbildung erhalten, um an allen Universitäten der Schweiz studieren zu können. Sie sollen aber auch eine vertiefte Gesellschaftsreife erlangen, also Verantwortung für die Gemeinschaft übernehmen. Und drittens sollen sie einen Anteil an Berufsbildung mitbekommen, sei es in Pädagogik, in Sport, Musik oder Kunst.“ In allen drei Bereichen hätten die Maturanden Ausserordentliches erreicht. Am leichtestes zählbar ist das bei den Noten. Ein einziger Schüler muss die Prüfung im nächsten Jahr wiederholen. Dagegen haben 13 Jugendliche einen Notendurchschnitt von 5.3 und besser erreicht, womit sie sich für das Netzwerk der schweizerischen Studienstiftung qualifizieren. Einen Sonderpreis der Thurgauischen Naturforschenden Gesellschaft bekam Samuel Dietrich aus Neuwilen. Er hatte sich in seiner Maturaarbeit mit den Herausforderungen auseinandergesetzt, denen blinde Menschen gegenüberstehen. Bei seinem Selbstversuch über zehn Tage habe anfänglich die Orientierungslosigkeit dominiert, schreibt er in der Einführung zu seiner Arbeit „Leben ohne Augenlicht – Wie Blindheit die menschliche Wahrnehmung beeinflusst“. Später jedoch habe er die Aussenwelt über seine anderen Sinne wahrnehmen können. Gespräche mit Betroffenen bestätigten dieses Phänomen. Roland Wyss, der Vizepräsident der TNG lobte: „Die Preiskommission war fasziniert und beeindruckt von der akribischen Beschreibung.“ Samuel Dietrich hat mit der Note 5,81 auch das beste Maturaresultat seines Jahrgangs erreicht. Aus dem Fonds für Kunst und Wissenschaft der PMS bekam im Rahmen der Feier der ehemalige Absolvent Max Petersen einen Förderpreis. Der Pianist und Komponist hatte bis 2013 die Kunst- und Sportklasse durchlaufen, um schon während der Schulzeit Musik studieren zu können. Inzwischen hat er in Zürich das Masterdiplom mit Auszeichnung bestanden und braucht Unterstützung für kreative Projekte, darunter eine Konzertreihe mit seinem Trio und Aufnahmen als Solo-Pianist. Sein ehemaliger Lehrer Dieter Jordi bescheinigte ihm einen „olympischen Leistungsausweis, ohne die Konstitution eines Hammerwerfers zu haben“: „Wir haben uns früher schon gelegentlich Sorgen gemacht, weil der Schlaf zu kurz kam. Der Förderpreis soll dazu beitragen, dass Max Petersen weiterarbeiten kann.“ Neben den musikalischen Darbietungen sorgte die Maturandin Lara Stösser aus Langrickenbach für einen emotionalen Höhepunkt. „Das Semi war mein Nest“, konstatierte sie in ihrer Rede. Hier seien ihr Flügel gewachsen, sie sei flügge geworden, habe sich mit den Kollegen das Grün von den Schnäbeln gewetzt. „Durch das Lehrerspielen sind wir andere Schüler geworden“, bilanzierte sie die diversen Schulpraktika im Rahmen der Ausbildung. Mit neuer Spannweite könnten die Maturanden nun in alle Himmelsrichtungen losfliegen. „Ich wünsche uns dabei viel Aufwind!“ (Bericht: I. Grabowsky)

Seeüberquerung 2018

An einem sonnigen Mittwochnachmittag sind die dritten Klassen der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen von Hegne auf die Insel Reichenau geschwommen. Die Seeüberquerung ist für viele Schülerinnen und Schüler eine grosse Herausforderung gewesen, die sie mit Respekt antraten. Auch die Teilnehmerin Lea war kurz vor dem Start sehr nervös und stellte sich die Überquerung anspruchsvoll und schwer vor. Das schöne Wetter und der leichte Wind boten die besten Bedingungen an, um einen See zu überqueren. Mit 23 Grad hatte auch das Wasser eine sehr angenehme Temperatur und somit stand diesem Erlebnis nichts mehr im Wege. Die Schülerinnen und Schüler schwammen in einem Buddyteam in Zweiergruppen und trugen zur Sicherheit eine Rettungsboje mit sich. Die obligatorischen Badekappen dienten primär dazu, dass die DLRG die Schüler im Blick hatte und sie im Notfall schnellst möglichst retten konnte. Neben der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft waren auch noch drei weitere Rettungsboote dabei, die glücklicherweise keinem Rettungseinsatz nachgehen mussten.  Diese Überquerung sollte für die Schülerinnen und Schüler der PMS Kreuzlingen ein Erlebnis sein, die sie geniessen durften und von der sie wertvolle Erfahrungen sammeln konnten. Am Ufer strahlten die stolzen und erleichterten Gesichter einen an und schafften eine lebhafte und ansteckende Stimmung. Florian. fand das Schwimmen entspannend und angenehm, freute sich aber die letzten 100 Meter vor sich zu sehen.  Im Grossen und Ganzen waren alle Schülerinnen und Schüler zufrieden mit ihrer Leistung. Einige haben sogar nach dem einstündigen Schwimmen den Humor nicht verloren, so auch Jonas, der auf die Frage, was er von diesem Erlebnis mitnehme, lässig antwortete: „Meine Badehose und die Schwimmbrille.“ Nach einer wohlverdienten Pause und einer Verpflegung wurden alle Schülerinnen und Schüler zurück zur Schule gefahren. Was bleibt, sind die Erinnerungen und Erfahrungen, wie auch Spass und Freude. (Bericht: Afra und Albulena, 15C)

Prämierungen an der PMS - Anlässlich des Besuchstags der Pädagogischen Maturitätsschule Kreuzlingen wurden im Rahmen des Campuskonzerts vier Maturanden ausgezeichnet.

Besuchstage haben ihren eigenen Zauber. Eigentlich dienen sie dazu, Eltern und Geschwistern zu zeigen, wie der Alltag an der PMS aussieht. Doch am Wochenende herrschte weniger eine arbeitssame als eine fröhliche Atmosphäre im alten Klostergebäude. Natürlich erlebten die Angehörigen einige echte Unterrichtsstunden, doch danach traten Musikensembles und Tanzgruppen auf. Höhepunkt des Besuchstags war unstrittig das Campuskonzert, zu dem PMS und die PH Thurgau dieses Mal unter dem Motto „I hate Music“ geladen hatten. Der Titel geht auf einen Liederzyklus von Leonard Bernstein zurück, dessen hundertsten Geburtstag die jungen Musiker feierten. Das Konzert bildete den idealen Rahmen für die Auszeichnung von drei Schülerinnen und einem Schüler, die aussergewöhnliche Maturaarbeiten abgeliefert hatten. „I hate Music“ dürfte allerdings zumindest für zwei von ihnen nicht der richtige Wahlspruch sein. Tarek Alakmeh aus Kreuzlingen hat eine App für Musiker entwickelt, mit der sie ihre Fortschritte laufend überprüfen können. Er ist selbst Pianist, lernt in der spezialisierten Kunst-und-Sport-Klasse und übt jeden Tag viele Stunden. „Bisher kannte ich solche Apps nur aus dem Sport, bei Fitnesstrackern etwa“. erklärt er. „Jetzt können auch Musiker erfassen, was sie wie lange üben und welche Fortschritte sie machen.“ Sein Programm mit dem Namen „Apphoven“ ist frei im Google Play Store herunterzuladen. (https://play.google.com/store/apps/details?id=com.apphoven.apphovenAlpha&hl=de.) Fabiana Bassetto aus Frauenfeld hat nicht nur die Geschichte der Violine erforscht, sondern auch gleich selbst eine gebaut. „Das war immer mein Traum“, sagt sie, „Ich fürchtete nur, es sei zu schwierig. Schliesslich hat es mich aber doch gereizt.“ Ihre herkömmlich gekaufte Geige ist ihr zwar immer noch etwas lieber, aber der Eigenbau klingt, wie sie selbst sagt, „besser als erwartet“. Anina Merz aus Weinfelden bekam die Auszeichnung für ihre medienkritische Arbeit „Spielt Wahrheit überhaupt noch eine Rolle“. Sie analysiert den Einfluss von Filterblasen und Fake News auf die Demokratie. „Der Journalismus hat eine Zukunft“, ist ihr optimistisches Fazit. „Er ist zu wichtig für unsere Regierungsform, aber es braucht Anpassungen.“ Sophia Wentkowski aus Wigoltingen hat die vermeintliche oder tatsächliche Wirkung von Kaffee untersucht. Mit Blindstudien belegt sie, dass die Anregung durch Koffein zu einem Teil auf einem Placebo-Effekt beruht, der durch Autosuggestion ausgelöst wird. Wer glaubt, koffeinhaltigen Kaffee zu trinken, fühlt sich belebt, auch wenn er koffeinfreien bekommen hat. „Seit ich die Studie gemacht habe, trinke ich in der Mensa keinen Kaffee mehr“, lacht Sophia. „Der wirkt bei mir nicht mehr.“ Die vier Maturanden haben sich mit ihren Arbeiten gegen 13 andere Bewerber an der PMS durchgesetzt, die ebenfalls alle die Bestnote „6“ bekommen hatten. Die Jury hatte es dementsprechend schwer sich zu entscheiden. Für die Stiftung für Jugendförderung im Thurgau, die das Preisgeld ausgesetzt hat, ist auch die hohe Teilnehmerzahl ein grosser Erfolg, wie Stiftungsrat Bernhard Friedrich in seinem Grusswort sagte: „Ihr habt auf viel Freizeit verzichtet und gut in eure weitere Laufbahn investiert. Derart zielstrebige und fleissige junge Menschen zu unterstützen, ist erklärtes Ziel der Stiftung.“ (Bericht: I. Grabowsky)

Standing Ovations für „Hair“

Die Aufführung des Musicals an der PMS Kreuzlingen löste Begeisterungsstürme aus: Ein Jahr lang hatten die rund vierzig Schülerinnen und Schüler des Freifachs Musical geprobt – nun haben sie den Lohn für die Mühe bekommen. Das Publikum in der Aula der Pädagogischen Maturitätsschule in Kreuzlingen spendete begeistert Beifall - und auch Geld für die Kollekte. Der Aufwand, den die PMS für „Hair“ betrieben hat, war auch von technischer Seite beträchtlich: Trockeneisnebel simulierte Haschisch-Rauch, die Scheinwerfer liessen die Sonne wunschgemäss scheinen, professionelle Mikrophone übertrugen die Stimmen der Sänger. Doch wirklich beindruckt zeigten sich die Zuschauer von der Qualität und Perfektion von Chor, Solisten, Schauspielern, Tänzern und Musikern. Den Stoss-Seufzer der kritischen Mütter im Stück „Oje, oje, die Jugend“ konnte nach dieser Leistung niemand nachvollziehen. (Bericht: I. Grabowsky)